„Lahme“ Flügelausleger gefährden den Ruderbetrieb

Es ist ein Ärgernis und Bootsbauer Mike kann ein Lied davon singen: Gemeint sind Bootsschäden wie Kratzer, Dellen, kleine Löcher oder neuerdings kaputte Ausleger. Der Appell an alle: Bitte achtet auf das Material und geht sorgsam damit um!

Ein Bericht von Gerhard Boehm

Immer öfter verbreiten die Medien, dass Brücken mit gefährlichen Rissen für den Autoverkehr nur noch eingeschränkt benutzbar sind und für Flugzeuge werden bei schwerwiegenden Mängeln sogar Flugverbote ausgesprochen.

Von solchen drastischen Maßnahmen ist unser Ruderbetrieb noch nicht betroffen, aber wenn wir unsere Flügelausleger nicht besser vor falschen Behandlungen schützen, könnte unser Ruderbetrieb mit den beliebten Doppel-Sechsern bald empfindlich eingeschränkt werden. Was ist passiert?

Unsachgemäße Behandlung

Seit dem letzten Sommer wurden an den Booten „Oder“ und „Langer Zug“ immer wieder zuerst eingeknickte und bald darauf gerissene Flügelausleger festgestellt. Zur Zeit weist die „Oder“ zwei Ausleger mit solchen Schäden auf und es ist daher dringend erforderlich anzumahnen: Die Ausleger dürfen auf keinen Fall als Tragegriffe beim Bewegen der Boote an Land benutzt werden. Denn das ist wohl die häufigste Ursache für eingeknickte und eingerissene Flügelausleger.

Bootsschaden_2017

Bei der Fari 2017 ist ein Achter mit einem Rennboot kollidiert. Mit viel Glück gab es keinen Verletzten, das Boot allerdings sank innerhalb von Minuten.

Warnhinweise kommen

Obwohl äußerlich robust aussehend, sind Flügelausleger tatsächlich ähnlich empfindlich wie die Flügel eines Flugzeuges. Deshalb werden auch unsere Flügelausleger bald mit auffälligen Aufklebern versehen werden, damit die Nutzer gewarnt werden: diese Boote niemals an den Auslegern tragen!

In der Luftfahrt sind Aufkleber mit Sicherheitshinweisen auf den Flügeln längst üblich.

Das hier Gesagte gilt nicht nur für die Doppel-Sechser sondern auch für unsere Doppel-Vierer. Ein neuer Flügelausleger ist eine Maßanfertigung und kostet jeweils etwa 350 Euro.

Zu guter Letzt wird daran erinnert, dass generell alle Ruderboote niemals an den Auslegern gehoben und getragen werden dürfen. Die Boote werden nur an der Bordkante, der Griffleiste oder der Gondelleiste bewegt.

Bootsschaden_2017

Augen auf, denn selbst erfahrenen Ruderer sind nicht vor Unfällen gefeit: Da wird eine Boje übersehen, oder ein Segelboot war auf Kollisionskurs. Der Schaden ist dann oft immens.

 

7 Kommentare zu "„Lahme“ Flügelausleger gefährden den Ruderbetrieb"

  • Frank Schmidt
    13. April 2018 (13:32)
    Antwort

    Finde ich gut hier einmal die Preise zu nennen und den sorgfältigen Umgang mit unserem Material anzumahnen! Warum für diesen Beitrag Bilder von havarierten Booten des Fari-Cup ausgewählt wurden erschließt sich mir in diesem Zusammenhang aber leider nicht. Hier hätte man besser Bilder der Diala auswählen können, die bei der letzten Silvesterfeier in der Hansa beschädigt wurde.
    Auch interessant: manche Vereine prüfen, ob Schäden grob fahrlässig verursacht wurden und nehmen ggf. den Verursacher anteilig mit in Regress.

  • Jean-Marc Göttert
    13. April 2018 (13:39)
    Antwort

    Die Bilder sind eine eindringliche Erinnerung, dass es Bootsschäden nicht nur beim Tragen und Einsetzen gibt, sondern eben auch vielfach im Ruderbetrieb. Eine Kollision wie auf der Fari vor dem Steg der HANSA zeigt, welch großer Schaden entstehen kann. Das erschließt sich gut aus den Bildern und erweitert die Sichtweise auf die Problematik.
    Ob die HANSA den Obmann nach Prüfung in Regress nimmt, ist mir so weit nicht bekannt.

  • ein Freund
    15. April 2018 (19:34)
    Antwort

    …das Thema geht doch schon bei der Rollbahnreinigung los!

  • Brigitte Huhn
    15. April 2018 (20:13)
    Antwort

    Es ist auch wichtig, daß Schäden aller Art ins Fahrtenbuch eingetragen werden. Es wird keinem der Kopf abgerissen in der Hansa deswegen – aber es ist ärgerlich plötzlich Schäden am Boot zu entdecken und keiner weiß, wann und wie es passiert ist. Zusätzlich konnte das Boot in der Zwischenzeit auch nicht in Ordnung gebracht werden. Herzlichen Gruß Brigitte

  • arthur heyne
    16. April 2018 (8:23)
    Antwort

    guten morgen an den bootswart mike,

    den hinweis, daß boote grundsätzlich nicht an den auslegern zu tragen sind, kenne ich; es will mir aber nicht einleuchten, daß ein tragen am ausleger, direkt nah am bootskörper, mit schädlicheren kräften wirken soll, als das rudern.

  • Jean-Marc Göttert
    16. April 2018 (17:16)
    Antwort

    Lieber Arthur, eine interessante Frage in diesem Zusammenhang. Ich habe mal Lingolf von Lingelsheim gefragt, der über drei Jahrzehnte als Bootsbauer gearbeitet hat und als renommierter Boots-Experte des DRV und der Deutschen Nationalmannschaft gilt. Hier seine Antwort:

    „Ich halte das Tragen der Boote am Ausleger, wenn man direkt am Rumpf anfasst, für unproblematisch. Man darf aber keinesfalls den Flügel weiter Richtung Dolle anfassen! Das die Flügel Risse an der Schweißnaht bekommen, liegt nicht am Tragen sondern eher an der Hebelwirkung und dem Druck auf den Auslegern und wahrscheinlich auch dem zu dünnen Material des Flügels.

    Schäden entstehen eher beim Anlegen und tuschieren des Steges und eventuell anecken an Türen und Bootslagern. Auch beim Transport auf dem Hänger ist auf ein richtiges verstauen zu achten.“

    Ich hoffe, dass ich euch damit weiter geholfen habe.
    Viele Grüße Lingolf

    • arthur heyne
      18. April 2018 (8:18)
      Antwort

      besten dank lingolf für deine antwort, die auch zu meiner meinung zum boottragen passt; aber in die diskussion ob der DA ein hebel ist oder nicht, wollen wir lieber nicht einsteigen?!
      gruß nach ratzeburg, bis september.
      arthur heyne


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