Himmelfahrt auf der Mosel

Die 45. Himmelfahrts-Wanderfahrt der ganz Alten. Ein Bericht von Jürgen Schröder mit Fotos von Wilbrand Grevemeyer.

Früher sind viele von uns in AH-Rennen gestartet MDA (Mindest-Durchschnittsalter) 32, 38, 45 Jahre und älter heute WF, DA 80 J. Leider hatten wir krankeitsbedingt und aus anderen Gründen vier bis fünf Absagen zu verzeichnen, aber unser ältestes „Neumitglied“ (ex Rot-Gelb) Heinz war dabei. Außerdem unser Berliner Peter, unser Urgestein Ernst A., Organisator Manfred, Ehrenmitglied Wilbrand, sein Bruder Uwe, Siegeszahlbester aller Zeiten Horst, Zweittransporteur Hans und Ex-Fahrtenleiter und Schreiber Jürgen.

                  
Zum wiederholten Mal waren  wir auf der Mosel, die wir schon sehr gut kannten, wie alle deutschen Wanderruderflüsse oder Seen. Die Stationen waren diesmal Sennheim, Beilstein (wo unser Dauerquartier war). Neuerung: Zimmerkombi mit täglichem Drei-Gänge-Menu am Abend), Brodenbach bis Koblenz. Von der Rhenania hatten wir die Barke ausgeliehen.

             

Durch unsere geringe Teilnehmerzahl hatten wir keinen Landdienst und nur einen  Steuermann für die breite Bank. Dieses und unser Stammquartier, zu dem wir immer wieder mussten, führte zu reichlich Hin- und Her-Fahrerei.

Das Rudern begann so: „Oh, sieben Minuten vor eins – schon sitzen wir im Boot!“

             

Wir leisteten uns eine recht ruhige Wasserarbeit, häufig von Pausen und Sprüchen unterbrochen. „wenn ich Steuermann wäre, hätte ich schon längst Ruder halt gesagt.“ Einer zählt: „12 Schläge für 100 Meter – wieviel sind das für drei Kilometer?“ Antwort: “Dafür braucht man Eppendorfer Abitur.“
Die erste Schleuse kam in Sicht, und so kannten wir das trotz unserer langen Praxis auch noch nicht – alles vollautomatisch: Grünen Hebel ziehen (vom Boot aus) Leuchtschrift: Bitte einfahren und festmachen. Piep piep piep (keine Show) Tor schließt – Schleusung beginnt in einer Minute – piep piep piep – Schleusung beginnt. Dauer: acht Minuten. Und schon geht es gefühlte zehn Meter runter in den dunklen Schacht. Piep… Tor öffnet. Schon waren wir durch. „Jetzt rudern wir mal zwei Kilometer am Stück“.

               

„Trinkpause !“ Wie beim Team-Rowing, nur viel öfter. Und natürlich nur mit Moselwein, Beilsteiner Silberberg Riesling-Hochgewächs feinherb, sehr süffig! Hochgewächs hat nichts mit der Höhe des Weinberges zu tun, sondern besagt nur etwas über die Qualität, die sehr hoch ist. Die Weine von ganz oben auf dem Weinberg sind Steillagen. Das haben wir bei der Besichtigung des Weinmuseums in Beilstein von der Weinprinzessin des Jahres 2001 erfahren. Wir hatten übrigens die ganze Fahrt kein Bier an Bord (das war auch noch nie da.) Dann rauscht ein Motorboot vorbei und aus der anderen Richtung eine ewig lange Schubeinheit. „Oh, mir wird seekrank“, meint irgendwer.

Dann richtige Pause auf dem Wasser. Manfred hat alles dabei: Brötchen, Butter, Käse und Wurst und schmiert auch noch selbst. Gesang: „Manfred wir danken Dir“. Zum Dessert aus einer anderen Ecke: Schokobecher mit Eierlikör. (Und: auf einem Beine steht man nicht.)
           

Burg Cochem in Sicht. Einer wusste: “Wurde von dem Berliner Louis Ravené im 19. Jahrhundert im alten Stil und nach seinem Geschmack renoviert”. „Das muss ein Hugenotte gewesen sein.“ – „Wie bitte, Hugonutte ?“

Da, „ Lehmener Klosterberg“, Staustufe Müden – wieder Vollautomatik, (wie in unserem Filter-Leih-Bus – Vielen Dank dafür.)  Rechts, „grünes Backbord“, Burg Bischofsstein. Fotostop. Fertig „ alles vorwärts, los!“ …. „Nicht so schnell, ich wäre fast ins Wasser gefallen.“…“Das hätte keiner gemerkt“ …und weiter –„Ihr macht das sehr gefühlvoll,— Um nicht zu sagen kraftlos.“

Brodenbach: Etappenziel. Nächster Tag: „Hatzenporter Kirchberg“, Alken — Burg Thurandt …..“ Oberfeller Goldlay“ …“Winniger Uhlen“, Europabrücke – (höchst Brücke Deutschlands) gewaltige Pfeiler! Wegen des Himmelfahrtstages ist viel Betrieb auf dem Wasser, auch wegen des Superwetters, das wir alle 3 Rudertage genießen konnten.

Die letzten Kilometer auf dem Moselstausee, und das Bootshaus der Rhenania ist erreicht. Barke slippen, putzen, nach Hause. Heute das Quartier in Beilstein „Altes Zollhaus“ – Freitag richtig nach Hause.

          

Im Ganzen wieder, wie immer, eine gelungene, erlebnisreiche, lustige und sehr schöne Wanderfahrt!

Weitere Bilder dieser Wanderfahrt sind unter diesem Link anzusehen.

1 Kommentar zu "Himmelfahrt auf der Mosel"

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    Kai Simon
    6. Juni 2017 (22:08)
    Antwort

    Eine einmalig Gemeinschaft von Ruderkameraden, wie es sie heute kaum noch gibt. Ihr seit die Hansa.


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