There and back again

Der Elfsteden Roeimarathon 2024

Text / Fotos: Adrian Metzner


Es war an einem kalten Dezembermorgen im weit zurückliegenden Jahr 2023 als eine kleine Gruppe Ruderer sich entschied auch im nächsten Jahr ein Abenteuer anzutreten. Sie wollten ein 2es Mal den Elfsteden Roeimarathon bestreiten. Beim ersten Mal hatte ihnen der Wind doch recht übel mitgespielt.

Ein paar alte Gefährten sprangen ab, doch Torben der Weise schaffte es neu Gefährten für das Unterfangen zu finden. Auch ein Boot wurde gefunden, wenn auch die Abdeckung und benötigte Beleuchtung fehlte. Nichts, was erfahrene Handwerker nicht lösen konnten. So wurden Abdeckungen und eine Beleuchtungsanlage gebaut, und wir waren bereit.

Um 10.05 ging es morgens los nach Leeuwarden um unser Boot aufzubauen und an den Start zu gehen, und schon versuchten die Mächte des Bösen uns zu stoppen. Der mit 9 Sitzplätzen bestellte Transporter hatte nur drei Sitzplätze, dafür aber viel Ladefläche. Also musste umorganisiert werden. Wir nahmen den Bus der Germania, und der Transporter blieb in Hamburg. In Leeuwarden angekommen suchten wir unser Boot, welches mit einem Bootstransport vorausgefahren war. Beim Aufbau stellten wir dann den zweiten Sabotageversuch des Bösen fest: Auf unerklärliche Weise war das Steuer nicht im Hänger, sondern hing noch in der Germania. Mit unvergleichlichem diplomatischem Geschick wurden Vorort Allianzen geschmiedet und ein Steuer vom Leeuwardener Ruderverein besorgt. Damit war dann das Boot bereit zur Abnahme, und das Team erleichtert. Eine Stunde vor dem Start kamen dann noch die letzten Mitglieder der Mannschaft an und wir hatten unsere 9 Ruderer beisammen. Es waren 7 Ruder/innen der Germania sowie Achim Eckard und Adrian Metzner aus der HANSA dabei. Um 20:00 fiel dann der Startschuss: 210km in 25 Etappen lagen vor uns.

Beim Elfsteden Roeimarathon wird 24h lang durchgefahren. Es gibt 3 verschieden Klassen, 3er Bulle, 6er Bulle und Tour. Beim 3er und 6er Bullen gibt es insgesamt nur 3 bzw. 6 Personen, die im Boot sitzen dürfen und die gesamte Strecke absolvieren. In der Tour sind bis zu 12 Ruderer erlaubt. Dabei wird dann etwa alle 9 km die Mannschaft gewechselt. Die Teams müssen dabei nicht nur die Strecke schaffen, sondern auch durch niedrige und enge Brücken steuern, auf dem Slotermeer den Wellen trotzen und immer gegen die Müdigkeit ankämpfen. Auch der Teil des Teams an Land hat alle Hände voll zu tun. Es muss zum nächsten Wechsel kommen, sich dort einen Platz erkämpfen und das eigene Boot finden und ranholen, was insbesondere Nachts eine Herausforderung ist.

Was für eine Wohltat war es für uns als nach der Nacht die Sonne über dem Slotermeer aufging. Die ersten Ermüdungserscheinungen machten sich bemerkbar, aber alle Teams wollten weiter. Das Wetter war dieses Jahr zumindest teilweise auf unserer Seite. Wir hatten wieder Gegenwind, aber die Sonne sorgte für Wärme. So kämpften wir uns weiter. Mit der Zeit gingen uns die Vorräte und das Wasser aus, aber es waren nur noch 6 Etappen. Wir konnten unterwegs an Land etwas Wasser, etwas Süßes und Eis aufnehmen. Mit der Stärkung schafften wir es bis auf die letzte Etappe. Nur noch 8 km trennten uns vom Ziel in Leeuwarden. Wir hatten 200 km durch 11 Städte in den Niederlanden hinter uns gelassen. Die letzte Mannschaft wechselte ins Boot, die letzten Kräfte wurden mobilisiert, und auf ging es zum Ziel. Unterwegs wurden noch mehrere Boote überholt, und dann war es geschafft! Das Zeitlimit von 24h wurde eingehalten, und das Team bekam seinen Wohlverdienten Kuchen und die Medaillen. Die Boote wurden abgeriggert und verladen, danach unter die Dusche und ein Bier in der Bar. Für mehr reichten die Kräfte dann nicht mehr. Am nächsten morgen wurde ausgiebig gefrühstückt, dann ging es zurück nach Hamburg, wo sich von Blasen und Erschöpfung erholt werden kann, bis nächstes Jahr Elfsteden wieder ruft.

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