Rheinsberg-Tour 2026: Bewährte Tradition trifft auf Abenteuer & KI!

Text / Fotos: Melanie Zimer


Seit vielen, vielen Jahren fährt die „Donnerstagsrunde“ nach Rheinsberg – eine charmante Kleinstadt mit malerischem Wasserschloss im Norden Brandenburgs, rund 80 Kilometer von Berlin entfernt. Das Wochenende Mitte Juni hat sich bei der Gruppe bewährt – zu Mid-Sommer ist das Wetter meistens am schönsten und die Tage sowieso die längsten im Jahr. Dieses Mal wurden wir bereits bei der Anreise von unseren Wetter-Apps vor extremen Wettersituationen mit Hitze und Gewitter gewarnt.

Nach dem Mittagsessen im „Ratskeller“ fanden wir uns ruderfertig am Ruderverein Rheinsberg 1910 e.V. ein. Unsere Gastgeber empfingen uns dort wie jedes Jahr sehr herzlich. Allerdings zeigten sich wetterbedingt dunkle Wolken am Himmel, auffrischender Wind und die Vorboten eines Gewitters. Ob wir es wohl bis zum Bikowsee schaffen würden? Wir warteten den Regenschauer ab, bereiteten die Boote vor und konnten – zwar etwas später als geplant – doch noch starten. Bereits nach wenigen Ruderschlägen befanden wir uns mitten auf der Rheinsberger Seenplatte und in einer einzigartigen Naturlandschaft. Das Wasser war wieder spiegelglatt und wir erreichten unser Ziel, eine kleine Raststätte für ein Erfrischungsgetränk, problemlos.

Den Abend des ersten Rudertags ließen wir bei hochsommerlichen Temperaturen im kleinen Innenhof des Restaurants „Laternenhof“ gemütlich ausklingen. Am Samstag gegen 10 Uhr starteten wir mit drei Doppelvierern unsere 34-Kilometer- Tagestour zu einer Fischerhütte im Ort mit dem ungewöhnlichen Namen Flecken Zechlin. Auch hierfür galt das Motto „Das Wetter bestimmt die Tour“. Nach acht Kilometern stoppten wir bei unserem ersten Ziel – dem „Achter“, einem Campingplatz mit Imbiss und kühler Erfrischung.

Ein Blick auf die Wetter-Apps verriet uns: Ein kleines Abenteuer könnte bevorstehen, eine Wettfahrt mit den Wetterbedingungen, denn die Gewitterwahrscheinlichkeit steigt gegen Mittag an. Wieder stellte sich die Frage: Ob wir es wohl bis zur Fischerhütte schaffen würden? Ja, wir schafften es – zum Glück rechtzeitig. Als Wind, Welle und Wetter stärker aufbrausten, waren wir bereits sicher an Land. Am langen Stammtisch der Fischerhütte, gut überdacht, konnten wir köstlichen frischen Fisch genießen und dabei zusehen, wie heimische Fischarten (u.a. Maränen) frisch geräuchert dem heißen Ofen entnommen und auf einer Stange aufgehängt wurden.

Bei der Rückfahrt waren wir über leichten Nieselregen und Bewölkung sehr dankbar, denn die schwülen 30° C fühlten sich zunehmend heißer an. Wir stoppten für eine kleine Erfrischung erneut beim „Achter“ bevor wir gegen 16 Uhr die letzte Acht- Kilometer-Etappe in Angriff nahmen. Traditionell genießen wir den zweiten Abend dieser kulinarischen Ruderreise auf der Terrasse des Restaurants „Zum Fischerhof“ mit einzigartigem Blick auf See und Sonnenuntergang. Wer mag, raucht anschließend Zigarre und trinkt einen Schnaps – auch ganz traditionell.

Ein weiteres Highlight dieses Abends für alle Fußballfans: Das WM-Spiel des deutschen Teams. Am Sonntag, dem letzten Rudertag, fahren wir in der Regel eine große Runde zur Marina Rheinsberg, um die Remusinsel herum und beenden die Tour am Rheinsberger Schloss. Die Wetterlage samt Gewitter, die diese Fahrt bereits drei Tage abenteuerlich begleitet hatte, wollte auch bei dieser letzten Etappe mitbestimmen. Gerade als wir mitten auf dem Rheinsberger See angekommen waren, kündigten dunkle Wolken und ein Donnergrollen ein weiteres Unwetter an. Jetzt war Eile geboten, um noch vor dem Gewitter sicher am Ruderverein anzukommen. Auch dieses Mal schafften wir es rechtzeitig an Land.

Im Gast- und Logierhaus ließen wir diese harmonische und fröhliche Rudertour beim traditionellen Hecht-Essen ausklingen. In der diesjährigen Dankesrede an unseren Fahrtenleiter Günter Gerland wurde über den „Nominierungsprozess“ und mögliche Kriterien spitzfindig philosophiert: Was spielt für die Teilnahme am beliebten Rheinsberg-Wochenende eine entscheidende Rolle? Die langjährige Zugehörigkeit zur Donnerstagsrunde, die Häufigkeit der Teilnahme an den wöchentlichen Ruderabenden oder doch vielleicht das ruderische Können?

Einige weitere Punkte wurden genannt und auch über den möglichen Einfluss von KI und Algorithmen wurde scherzhaft spekuliert. Günter entgegnete souverän: „Einiges habt ihr ja super recherchiert. Aber es bleiben doch noch Geheimnisse, wie bei Rezepten, die nicht verraten werden.

Nur zwei Dinge seien gesagt: Es geht immer mit rechten Dingen zu und die Zahl 15 hat sich bewährt.“ In diesem Sinne: Wir sind gespannt und freuen uns schon jetzt auf die Rheinsberg- Tour 2027!

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