Midsommertour nach Elmshorn!

In Norwegen trifft man sich Mittsommer mit Familie und Freunden und feiert den Sankthansaften gemütlich an einem Lagerfeuer. Was gibt es daher Schöneres, als den längsten Tag des Jahres auf einer Ruderwanderfahrt mit den Ruderkameradinnen und Ruderkameraden zu begehen. Ein Rückblick auf den Sommer 2023.

Text: Kristjan Kristjanson, Fotos: Kristjan, Sönke und Jean-Marc


Der Termin für die zweite Wanderfahrt von der Alster nach Elmshorn fiel aufgrund des passenden Tidefensters exakt auf das Wochenende nach der Sommersonnenwende. Dank Jean-Marcs Bericht von der ersten Fahrt 2021 nach Elmshorn hatten sich 15 Ruderkameradinnen und Kameraden angemeldet, um drei Vierer zu besetzen.

Der Wetterbericht für Sonnabend verhieß schon mal Gutes: Ruhiges Hochdruckwetter. Vormittags heitere Abschnitte, im weiteren Tagesverlauf wolkiger werdend und trocken. Höchsttemperatur von Nord nach Süd zwischen 22 und 25 Grad. Schwacher bis mäßiger Nordwest-bis Westwind. Und so war es auch.

Da das Gepäck bereits im Elmshorner Ruderclub war, konnten wir nach einer kurzen Einteilung der Boote ganz entspannt um 8:30 in den Sommermorgen zur 60 Kilometer langen Fahrt nach Elmshorn starten. Pünktlich zum Hochwasserging es um 9:30 aus der Schaartorschleuse raus auf die Elbe, die ersten zwei Kilometer zunächst hinter den Landungsbrücken entlang. Die Elbe war ruhig, die Tide schob uns sachte an und nach kurzer Zeit kam Teufelsbrück in Sicht.

An den Stegen des kleinen Sportboothafens konnten wir bequem anlegen und die erste Pause einlegen. Anders als in der Legende von Teufelsbrück, dass an dieser Furt immer wieder Fuhrwerke verunglückten und es dort „mit dem Teufel zuginge“, ganz ohne Bootsschäden.

Die nächsten zwölf Kilometer von Teufelsbrück vorbei an Blankenese nach Wedel vergingen wie im Flug. Die Sonne machte sich langsam bemerkbar und wir nutzten die Gelegenheit vor der nächsten 25 Kilometer langen Etappe an den Stegen des Wedeler Yachthafens anzulegen. Hinter Wedel wird die Elbe zu einem breiten Strom. Bei Nordwestwind und ablaufender Tide kann es durchaus ungemütlich werden. Aber nicht an diesem Tag. Die weite Wattfläche bei Fährmansand glitzerte in der Sonne und mit ruhigen Schlägen passierten wir die Hettlinger Schanze mit den schönen Stränden und den imposanten Strommasten.

Eine kurze Pause nutzte Jakob, um sich in der Elbe abzukühlen und die vorschriftsgemäße Befestigung der Steuer zu prüfen. Dabei wurde er von Jean-Marc assistiert, der diese wieder ordentlich einhängte. Am kleinen verlassenen Leuchtturm Juelssand bogen wir vom großen Hauptstrom der Elbe in die Haseldorfer Binnenelbe ab. Das Naturschutzgebiet Haseldorfer Marsch ist eines der größten Schleswig-Holsteins und vom Boot lässt sich die Schönheit dieser maritimen Landschaft ganz besonders eindrucksvoll erleben.

Um 15 Uhr, kurz nach Niedrigwasser erreichten wir das Krückausperrwerk. Von hier sind es nur noch 10 Kilometer bis zum Elmshorner Ruderclub. Aber es war noch zu früh, um die Krückau hochzufahren.

Die Schwimmstege des Emshorner Ruderclubs können frühestens drei Stunden vor Hochwasser genutzt werden. Also noch mal zwei Kilometer weiter gegen die auflaufende Tide bis Kollmar. Der kleine Hafen des beliebten Ausflugziels war noch trockengefallen und wir zogen die schweren Boote durch den knietiefen Schlick auf den benachbarten Strand. Das kühle Bier im Strandfloh Kiosk schmeckte danach doppelt so gut. Mit der mittlerweile kräftig auflaufenden Tide starteten wir gestärkt durch Kaffee, Kuchen und Bier zur letzten Etappe.

Hinter dem Sperrwerk zieht sich die Krückau noch breit und in langen Kurven durch die Marsch. Ab Seestermühe wird der Fluss schmaler und windet sich in immer enger werden Kurven bis nach Elmshorn.

„Wie kann man denn hier rudern?“ Eigentlich ganz gut. Die Krückau ist relativ windgeschützt und das Wasser immer ruhig. Wenn man im Winter mit dem Skiff kentern sollte, kommt man überall ohne Probleme ans Ufer und Kurven fahren lernt man da auch. Um 17 Uhr erreichten wir den Elmshorner Ruderclub. Das Boot mit Uwe, Inga, Benjamin, Jakob und mir fuhr noch ein Stück weiter zum Edeka Markt am Elmshorner Hafen, um die letzten Besorgungen für das Abendessen zu laden. Einer der wenigen Supermärkte mit Anleger.

Im schönen Vereinshaus des Elmshorner Ruderclubs startete dann der gemütliche Teil unser Mittsommertour. Das große aus Holz errichtete Vereinshaus wurde erst 2016 eingeweiht. Im Erdgeschoss befinden sich der Kraftraum und die Umkleiden. Im ersten Stock der große Saal mit offener Küche und einem Raum für die Jugendgruppe.

Auf der Terrasse im ersten Stock wurde der Grill aufgebaut und die Tische eingedeckt. Gemeinsam mit den Elmshorner Ruderkameradinnen und Ruderkameraden genossen wir den langen Sommerabend mit dem schönen Blick über die Krückauwiesen. An dieser Stelle den Elmshorner Ruderkameradinnen und Kameraden ein großes Dankeschön für die erwiesene Gastfreundschaft!

Rückfahrt, Sonntag 25. Juni

Alle hatten offensichtlich am Abend mindestens ordentlich gegessen und die nötige Bettschwere, um im Clubhaus gut schlafen zu können. Für ein ausgiebiges Frühstück am nächsten Morgen blieb auch noch genügend Zeit, da wir erst um1 1:30, drei Stunden nach Hochwasser starten mussten. Beim Frühstück auf der Terrasse wehte kein Lüftchen. Es war klar, dies wird ein heißer Tag. Den Rollsitz vom Elmshorner Ruderkameraden Timm Westphal nahm für die Rückfahrt Jürgen Fock, ebenfalls vom ERC ein.

Um 12:30 passierten wir das Krückausperrwerk. Auf der spiegelglatten Haseldorfer Binnenelbe begleitete uns ein neugieriger Seehund. Unsere Flensburger Ruderkameradin Ilka kennt Seehunde von der Förde. „Planscht mit den Skulls, das lockt die Seehunde an.“ Der Seehund kam tatsächlich näher. In der Haseldorfer Binnenelbe hat sich eine Kolonie mit bis zu 20 Seehunden angesiedelt, die häufig auf einer Sandbank bei Pagensand liegen.

Die Tide gegen die wir rudern mussten, ist auf der Haseldorfer Binnenelbe nicht so stark wie auf dem Hauptstrom. Aber dafür brannte die Sonne vom wolkenlosen Himmel und die weiteren zehn Kilometer auf der Elbe bis Wedel zogen sich.

Im Beach Club am Wedeler Elbstrand wollten wir Pause machen. Dieser war be idem herrlichen Sommerwetter brechend voll. Zwei Booten legten am Strand vor dem Beach Club an. Bei Ebbe ist der Weg durch den Schlick allerdings noch weiter als in Kollmar. Das dritte Boot, in dem ich saß, beschloss daher, nebenan in dem 2015 neugebauten Schulauer Hafen anzulegen. Die einzige Anlegemöglichkeit für kleine Boote in dem großen Hafenbecken bietet ein kleiner Ponton direkt hinter der Hafeneinfahrt. Wegen des Schwells musste aber einer beim Boot bleiben, um es zu sichern. Ohne die ursprünglich für den Hafenneubau geplanten Stege wirkt der leere Schulauer Hafen wie ein Paradebeispiel aus dem Schwarzbuch der Steuerzahler.

Um 16:30 setzte die Flut ein. Vor Wedel ist diese zum Tidenwechsel besonders stark. Mit flottem Tempo ging es zurück nach Hamburg, vorbei an der Strandperle und durch den Hamburger Hafen.

Um 19:30 erreichten wir die Schaarsteintorschleuse und nach dem Verlassen der Rathausschleuse wurde auf dringende Bitte der Ruderkameraden und Ruderkameradinnen auf der Binnenalster eine Bestellung beim Pizzadienst aufgegeben. Nachdem wir die Boote entladen, gesäubert und verstaut hatten, konnten wir die Tour auf der Terrasse ausklingen und die vielen Eindrücke noch einmal auf uns wirken lassen.

Auf der Tour nach Elmshorn und zurück erfährt man im wahrsten Sinne des Wortes die abwechslungsreiche und einmalige maritime Landschaft, die uns umgibt.

Von der Alster durch die Hamburger City, den geschäftigen Hafen, auf dem breiten Strom der Elbe, durch das friedliche Naturschutzgebiet der Haseldorfer Binnenelbe und über die Krückau bis nach Elmshorn.

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