HoRR – Ein Spaziergang

Wieder einmal fand sich ein HANSA-Team, das beim Head in London starten wollte. Doch manchmal kommt es anders als erwartet.

Text / Fotos: Sönke Jensen


Es ist vermutlich ein Traum vieler Ruderbegeisterter, bei Head of he River in London zu starten. Die 1926 erstmalig veranstaltete Regatta ist sicherlich eine der bekanntesten Ruderveranstaltungen weltweit. Ursprünglich ins Leben gerufen, um den Londoner Ruderern ein Trainingsziel am Ende des Winters zu geben, nahmen bei der ersten Veranstaltung 21 Mannschaften im Rennachter teil. Mittlerweile sind jährlich rund 320 Mannschaften am Start, um mit der Strömung von Mortlake nach Putney zu rudern. Und da wir im Mutterland des Ruderns sind werden die Team von Ihren Fans am Ufer kräftig angefeuert.

Diese Atmosphäre wollten wir als Team mitnehmen und zeigen, dass auch die Hamburger rudern können. Nachdem im Verlauf des Winters eine passable Mannschaft einschließlich Ersatzleuten und Steuerfrau gefunden war, ging es an das gemeinsame Training. Mit den recht unterschiedlichen technischen Fähigkeiten war es anfangs nicht ganz einfach, die Mannschaft wuchs aber mit jeder Trainingseinheit besser zusammen. Und auch die Einteilung auf die einzelnen Rollsitze war bald abgeschlossen.

Parallel zur immer besseren Zusammenarbeit im Boot wuchs die Spannung, ob wir auch einen der heißbegehrten Startplätze zugelost bekommen würden. Wir hatten Glück! So konnten wir Hotels und Bootstransport organisieren und die üblichen Vorbereitungen abschließen.

Die Anreise nach London organisierte jeder für sich, daher waren vier aus dem Team schon zwei Tage vor der Regatta in London, und sahen sich Stadt und Regattastrecke an. Die übrige Mannschaft wollten am Vortag der Regatta anreisen.

Es bedeutet nichts Gutes, wenn morgens um 7:30 Uhr in der WhatsApp-Gruppe der Mannschaft 85 neue Nachrichten stehen. So auch hier. Man rechnet bei einer anstehenden Regatta ja mit allem, Erkältungen, Bootsschäden, Absage der Veranstaltung wegen schlechtem Wetter und Ähnlichem. Dass aber das „Hamburger Chapter“ nicht nach London reisen konnte, da das Umspannwerk in Heathrow brannte, war allerdings eine echte Überraschung.

So waren das Boot und 44 Prozent der Mannschaft in London. Dort auf die schnelle fünf Ersatzleute zu finden gelang leider ebenso wenig, wie als Ersatz bei einer anderen Mannschaft einzuspringen.

So blieb dem „Londoner Chapter“ nur, das Rennen vom Ufer aus zu betrachten. Ein Spaziergang führte entlang eines Teils der Regattastrecke von Barnes Bridge zur Hammersmith Bridge. Neben der immensen Anzahl der wartenden Achter beeindruckten auch die Vielzahl und die Qualität der vielen Rudervereine entlang der Strecke. Allein auf dem ca. 2,5 km langen Teilstück zwischen den Bücken gibt es 8 Vereine bzw. Bootshäuser, im Zielbereich bei Putney Bridge mehr als ein Dutzend.

Untergebracht in teils villenartigen Gebäuden bieten diese in den Innenbereichen hervorragende Gelegenheit, sich auch abseits des Ruderns stilvoll an der Themse aufzuhalten.

Die Regatta selber war ebenfalls spannend anzustehen, gerade im Bereich der Hammersmith Bridge hatten sich einige hundert Ruderbegeisterte versammelt, um ihr Team anzufeuern. Sehenswert sind auch die verschiedenen, teils sehr bunten Einteiler der Teams in den Booten und auch die vielfältigen Club-Jackets am Ufer.

Und auch, wenn zusehen weniger Spaß macht, als selber rudern, war dies ein versöhnlicher Abschluss unseres London-Abenteuers.

Die Achter in Warteposition an der Barnes Bridge
Auriol Kensington Rowing Club
Bootstransport über die Promenade
Einsteigen ins Boot in Putney
Auf zur Party!
Die Schlagzeile des Tages

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