Euromasters 2026

Text / Foto: Kersin Lindae


Auf zu neuen Erfahrungen…

…oder wie man als Ruderanfänger zwischen OlympiateilnehmerInnen gerät. Die Euromasters aus Sicht einer Regattaanfängerin.


Zugegeben, bei unserer München Reisegruppe aus Paddy und Guido vom RC Bergedorf, sowie Antonia, Adrian, Inken, Kerstin von der RG HANSA gilt nur eine als Ruderanfängerin (mit zwei Jahren Rudererfahrung), aber für Inken und Kerstin war es auch die erste Mastersregatta. Dementsprechend unterschiedlich waren die Ansprüche an die Rennergebnisse im Vorfeld. Während einige nach Platzierungen schielten, wollten andere vor allem gute Rennen fahren und Erfahrungen sammeln. Aufgeregt waren wir alle!

Eine Regatta fängt aber schon mit der Planung des Bootstransports an. Vielen Dank an Adrian, der die Orga und Abstimmung für unsere RGH/RCB-Renn-, Reise- und Gute-Laune-Gemeinschaft übernommen hat. Die Rudergemeinschaft lebt von Connections und gegenseitigem Helfen: somit wurde der Teichwiesen-Hänger mit Booten von Teichwiesen, Allemania, Hanseat, Bergedorf, WSAP und HANSA bestückt und von Helmut aus Bergedorf gezogen. Herzlichen Dank!

Mittwochmorgen sieben Uhr sind wir zu fünft aus Hamburg im Golf gestartet. Der Kommentar „das ist keine Sardinendose, sondern eine Bachfischfritteuse“ gewährt einen kleinen Einblick sowohl in die Stimmung wie auch in den Reisekomfort. An der Regattastrecke in Oberschleißheim ist Guido dazugestoßen. Team completed. Die Atmosphäre an der Regattastrecke ist schon grandios – klares und glattes Wasser, Boote in allen Klassen und aus vielen Ländern mit Namen wie Tigerente, Diktador und viele Boote mit dem Namen Varese, internationale Teams und RuderInnen im Alter von 21 bis 100 Jahren – und dann steht da dein eigner Name mit auf dem Plakat, krass.

Donnerstagmorgen um 6.40 Uhr war Abfahrt zur Regattastrecke: Paddy hat die Gegner gescannt, Olympiateilnehmer Platz 23, seine Partnerin Platz 4 – but no pressure! Ein erstes starkes Rennen lieferten Inken und Paddy im Mixed 2x A um 8:50 Uhr. Der zweite Start war für Adrian und Kerstin im Mixed 2x B – und das Regattadebüt lief trotz großer Nervosität gut. Aufgrund der frühen Startzeiten wurde nach den ersten Rennen für unser bayerisches Frühstückspicknick eingekauft und zusammen neue Kräfte gesammelt. Antonia und Guido sind im Mixed 2x AA als jüngstes Team auf einen sehr guten zweiten Platz gefahren. Antonia und Kerstin starteten das letzte Rennen des Tages im 2x AA. Nach nur fünf Wochen gemeinsamen Trainings waren wir auch mit diesem Debüt zufrieden. 

Und dazwischen: Anfeuern und Videos mitschneiden für die obligatorische Rennanalyse, alte Kontakte auffrischen und neue schließen, Regattaatmosphäre genießen, Einteiler shoppen. Zum Abschluss des Tages haben wir uns mit unseren Münchener Ruderfreunden Karin und Max zum Essen getroffen und Neuigkeiten sowie alte Geschichten ausgetauscht.

Freitagmorgen um 6:40 Uhr startete unser zweiter Regattatag. Das erste Rennen um 8.30 Uhr war unser Mixedvierer. Schlagfrau Inken hat ihr Team mit Adrian, Paddy, Kerstin vom Start bis zum Endspurt mit einem gleichmäßigen und starkem Schlag zu einem sehr schönen Rennen verholfen – mit 3:42 Min. waren wir mit unserem Debüt durchaus zufrieden. Inken und Kerstin fuhren ebenfalls ihr 2x B-Debüt. Für noch mehr experimentelles Rudern hatten sie spontan vor dem Rennen die Positionen getauscht. Trotz gesundheitlichen Einschränkungen waren sie zufrieden: nach einem guten Start war das Boot zusammen und lief gut, eine Erfahrung mehr. Obwohl wir alle Langstreckenruderer sind und häufig Regatten von 50 bis 100 km Strecke fahren: nach 1.000 Metern mit voller Kraft ist man echt k.o..

Zwischendurch mussten wir über eine Regattadurchsage schmunzeln, dass eine Mannschaft seine Riemen vermisst… Das Schönste am Rudern ist die Gemeinschaft und das Rumgeblödel. Nach einem weiteren schönen Abend ging es wieder früh ins Bett. Am Samstagmorgen stand der Doppelzweier von Adrian und Paddy als erstes Rennen auf dem Programm, sodass es wieder früh losging. Die beiden lieferten ein phantastisches Rennen und sicherten sich zufrieden den dritten Platz. Ein All-you-can-eat-Buffet am Vorabend ist übrigens keine zu wiederholende Erfahrung für einen Renntag. Den meisten Zuschauerapplaus bekam das 1x Rennen der Männer Klasse K-M. Der jüngste Teilnehmer in diesem Wettkampf war 84 und der älteste Teilnehmer der diesjährigen Euromasters wird dieses Jahr 100. Respekt! Wenn wir in dem Alter noch im Rennboot Regatten fahren, haben wir alles richtig gemacht.

Inken wurde inzwischen noch für einen MixedVierer von der Kieler Germania verpflichtet und kam glücklich vom Wasser.

Und sonst noch: die Jungs haben versucht beim Bierwagen die Tür zur Kühlung zu reparieren, es wurden Teams aus Hamburg und Wien angefeuert, Kontakte für Wanderfahrten geschlossen. Für unseren letzten Abend folgten wir Max’ Empfehlung und sind nach München gefahren, um in einem gemütlichen Restaurant die Tage Revue passieren zu lassen und uns für die nächsten Regatten abzustimmen.

Wir konnten Tage voller Eindrücke, Erfahrungen und mit sehr viel Spaß genießen und freuen uns nun auf die World Masters in Bled.

1 Reply to "Euromasters 2026"

  • arthur heyne
    11. August 2026 (9:08)
    Reply

    guten tag,
    das ist mal ein rundum passendes stimmungsbild zum masters-regattieren, ohne die myoptische perspektive aufs „medallien-sammeln“.


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