Essen 2018: So lief das Meisterrennen für die HANSA

Am vergangenen Wochenende fand die Deutsche Kleinbootmeisterschaft sowie der Junior/-innen Test auf dem Baldeneysee in Essen statt. Hier starteten sowohl die Senioren und U23er, als auch die A-Junioren.
Ein Bericht von Laura Prieß.

Die Bedingungen hätten besser nicht sein können. Temperaturen um die 25 Grad, Windstille, glattes Wasser und eine perfekte Organisation: Das waren die Bedingungen fürs Deutsche Meisterschaftsrudern im Kleinboot auf dem Essener Baldeneysee.

Los ging die Regatta am Freitag mit den Vorläufen für U23 und älter im Einer und Zweier ohne Steuermann. Am Start: Leonie Bergé und ihre Partnerin Marie-Louise Witting (Ratzeburger RC) im 2-, Tim Ole Naske und Henrik Runge im Männer Einer, Silja Runge und Laura Prieß im Frauen Einer. Im Leichtgewichts Einer waren Steffi Weigt und Antonia Michaels, sowie Malte Anton Koch für die Hansa unterwegs.

Vorläufe und Ergebnisse

Leonie (19) konnte sich im 2- mit einem starkem Vorlauf direkt fürs Halbfinale qualifizieren. Dort verpasste sie mit zwei Sekunden haarscharf das A-Finale, könnte dann am Sonntag aber souverän das B-Finale gewinnen. Sie beendet damit das Wochenende als drittschnellstes U23-Boot. „Nach meinem Pausenjahr in der vergangenen Saison“, sagt sie, „konnte ich am Wochenende wieder Wettkampfhärte gewinnen. Wir können mit einem 7. Platz insgesamt und als dritte der U23-Boote super zufrieden sein. Wir werden in den kommenden Wochen fleißig weiter trainieren, um zur zweiten Kleinbootüberprüfung unsere Leistung wieder unterstreichen zu können bzw. noch weiter nach vorne zu kommen.“

Silja (19) fand nicht ganz so gut in ihre erste Regatta im Einer hinein und fuhr in ihrem Vorlauf mit nur 39 Hundertstel knapp hinterher. In ihrem E-Finale wurde sie mit nur einer Sekunde Rückstand auf die beiden Führenden Dritte. „Am Wochenende bin ich wie in Leipzig wieder in den Einer gestiegen, um bei der Kleinbootmeisterschaft nach einer neuen Zweierpartnerin Ausschau zu halten“, berichtete Silja. „Aber es lief nicht ganz wie erhofft, und so habe ich dann im E-Finale knapp den dritten Platz belegt.“

Lauras erste Regatta

Auch Laura (22) fuhr ihre erste offizielle Regatta im Einer. Mit einem vierten Platz im Vorlauf qualizierte sie sich fürs Viertelfinale. Dort lief es leider gegen die starke Konkurrenz eher holprig. Im Halbfinale C/D reichte es dann überraschenderweise fürs C-Finale. Das konnte sie aber leider nicht mehr antreten und musste sich wegen Rückenschmerzen abmelden. „Das wäre seit mehr als neun Monaten mein erster richtiger Wettkampf“, freute sich Laura ztrotzdem. „Ich hätte nicht erwartet, dass mein Rücken und meine Fitness sich in der kurzen Zeit doch so gut entwickelt haben. Ich bin heute zufrieden mit meiner Leistung.“

Toni und ihr Debüt

Toni stieg an diesem Wochenende in ihre erste Saison als Leichtgewicht ein. Nachdem sie die Langstrecke in Leipzig aufgrund von Krankheit nicht antreten konnte, fand ihr Debüt nun in Essen statt. In ihrem Vorlauf sicherte sie sich den dritten Rang und durfte somit Samstag Vormittag in einem starken Viertelfinale an den Start gehen. Im Kampf gegen viele erfahrene und erfolgreiche Leichtgewichtsfrauen, musste Toni sich mit einem sechsten Platz geschlagen geben. Nun hieß es Nachmittags im Halbfinale C/D nochmal alles aus sich raus holen. Hier ruderte sie schliesslich als Fünfte über die Ziellinie. Ihr D-Finale könnte Toni aufgrund einer Erkältung nicht antreten. „Ich habe bei meiner ersten Senioren-Regatta viel Erfahrung gesammelt“, meinte sie. „Auch wenn nicht alle Rennen nach Plan Liefen.“

Alter Hase Steffi

Steffi (22), ein „alter Hase“ im Leichtgewichtsgeschäft, erruderte in ihrem Vorlauf die Qualifikation fürs Viertelfinale. Doch auch sie war da der starken Gegnerschaft unterlegen. In ihrem harten Halbfinale kämpfte auch sie sich ins D-Finale, wo sie als Zweite ins Ziel fuhr und damit als Neunte der U23 den Wettkampf beendet. „Mit diesem U23-Platz ist das Wochenende nicht optimal gelaufen“, sagte Steffi. „Ich kam sehr schlecht in den Wettkampf rein. Jetzt heißt es für mich: dran bleiben und hart arbeiten, nach vorne schauen, um mich bei der KBÜ in Ratzeburg besser zu platzieren.“

Malte bei den Leichtgewichten

Malte, ebenfalls Leichtgewicht, wurde in seinem Vorlauf Dritter. Im Viertelfinale reichte es für den 6. Platz und die Qualifikation fürs C/D- Halbfinale. Dort wurde er Dritter und kämpfte sich am Sonntag in einem Lauf mit vier seiner Trainingskameraden auf den sechsten Platz im C-Finale. Damit wurde er zwölfte bei den U23.

Und wie lief es bei Henrik und TOle?

Henrik (20) und Tole (21) gingen im Männer Einer am Start. Hier ruderte sich Henrik im Vorlauf mit einem zweiten Platz  ins Viertelfinale, wo die beiden Ausnahmetalente der HANSA aufeinander trafen. Hier konnte sich TOle knapp vor Henrik behaupten, und so hieß es dann im Halbfinale: Alles geben für die Entscheidung A-oder B-Finale!

Henrik musste sich in seinem starken Lauf unter anderen dem späteren Silbermedaillen-Gewinner Stephan Krüger geschlagen geben und erreichte damit das B-Finale. Dort erzielte er den dritten Platz, ist somit Gesamtneunter und der Fünfte der U23-Ruderer. „Die Deutsch Kleinbootmeisterschaft war nicht ganz mein Wochenende“, erzählte Henrik. „Ich fand meine Lockerheit nicht und so war jedes Rennen leider anstrengender als es hätte sein können. Trotzdem lässt sich mit Platz 9 erst einmal arbeiten. Und ich bin gespannt auf die Doppelzweier-Rennen in drei Wochen in Essen.“

TOle wird wieder Meister

Tim Ole dominierte dieses Wochenende jedes seiner Rennen und holte sich in einem spannenden Finale am Sonntag erneut den Meisterschaftstitel. Die Konkurrenz war groß, er musste sich gegen Stephan Krüger, Lars Hartig und Ruben Steinhardt durchsetzen. Mehr dazu im Einzelbericht von Wilbrand.

Nach einem harten Winter in dem TOle krankheitsbedingt viel aussetzen musste, ist das ein herausragende Leistung. „Ich habe nach einem schwierigen Winter richtig gut zurück ins Training und den Wettkampf gefunden“, freut sich TOle. „Ich bin dank der tollen Zusammenarbeit mit unserem Vereinstrainer Stephan Froelke auch vom Kopf her perfekt fürs Finale eingestellt gewesen.“

Das Gesamtergebnis aus Essen zum Download

 

Schon in knapp drei Wochen geht es in Essen weiter: Dann ist die Weltelite des Rudersports zur 100. Internationalen Hügelregatta wieder zu Gast am Baldeneysee. Dort wird auch der Deutschland-Achter sein Saisondebüt geben.

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Beste Bedingungen mit Wasser und Wind bei den KBM in Essen 2018.

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500 Athleten kämpfen um Titel, Medaillen und Plätze im Nationalteam auf dem Baldeneysee in Essen.

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Die Sonne strahlte an allen drei Tagen über die Regattaanlage am Baldeneysee. Der Wind legte eine Pause ein und von Verkrautung war weit und breit nichts zu sehen.

Kleinboottest Eseen 2018

Henrik musste sich in seinem starken Lauf unter anderen dem späteren Silbermedaillen-Gewinner Stephan Krüger geschlagen geben und erreichte im B-Finale den dritten Platz.

Steffi weigt_Interne 2017

Mit dem neunten U23-Platz war das Wochenende für Steffi eher enttäuschend (hier ein Foto bei der Internen der HANSA mit Katharina v. Kodolitsch).

TOle_essen-KBM-2018-web

Tole bekommt erneut den Eichenkranz: Der 21-Jährig Hamburger kann seinen Titel nach 2017 erfolgreich verteidigen. Silber gibt es für Stephan Krüge; Bronze gewinnt Newcomer Oliver Zeidler.

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