Anrudern mit Sprung über die Elbe

In diesem Jahr hatte der Wilhelmsbuger Ruder Club zum Anrudern eingeladen. Die HANSA war gleich mit fünf Booten und rund 30 Teilnehmern dabei. Wanderruderwart Olaf konnte außerdem noch den Wanderruderpreis 2018 stellvertretend für die HANSA entgegennehmen.
Bericht: Jean-Marc Göttert

Mit dem Wetter in Hamburg ist es bekanntlich wie beim Roulette: Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Beim diesjährigen Anrudern jedenfalls hatten wir leider verloren, denn der Himmel war grau in grau, die Alster schlug Wellen, und manches HANSA-Mitglied wäre doch lieber im warmen Bett geblieben.

Umso erfreulicher war es, dass trotz der eher winterlichen Temperaturen rund 30 Hanseaten der Einladung des Wilhelmsburger Ruder Clubs (WRC) von 1895 gefolgt sind. Der Traditionsclub auf der Elbinsel im Stadtteil Wilhelmsburg richtete am 13. April das Anrudern 2019 für die übrigen Hamburger Ruderklubs aus.

Kühle Temperaturen

Mit gewohnter Routine sammelte Wanderruderwart Olaf Keim seine HANSA-Teilnehmer ein, die sich dann allmählich vollzählig in der zweiten Bootshalle einfanden. Für die Neulinge gab es eine kurze Erläuterung der Strecke samt Hinweis, bitte unbedingt eine Ruderweste mitzunehmen. Fast jeder nahm zusätzlich eine warme Jacke mit, hier und da wurden die winterlichen Wollmützen ausgepackt. Schaut mal, selbst Olaf trägt einen Schal und lange Hosen, hui!

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Alles säuberlich und ordentlich für die Ausfahrt bereitgelegt.

Anrudern 2019

Olaf teilt die Teilnehmer und Boote ein.

Danach folgte die Bootseinteilung mit Steuer- und Obleuten. Schnell wurden die Vierer fertig gemacht und wegen der Elbe vorsorglich mit Holzabdeckungen an Bug und Heck bestückt. Etwas verspätet legten Aller, Jade, Fulda sowie die beiden Dickschiffe Hansgeorg Mertens und Trave mit wehenden HANSA-Fahnen vom Steg ab. Und wie bestellt fing es leicht an zu nieseln. Na, das kann ja heiter werden!

Ab auf die Elbe

Die Rathausschleuse war schnell erreicht, nach kleiner Pause wurden alle Boote geschleust, und es ging am Alsterfleet weiter zur Schaartorschleuse. Für die Neulinge im Boot war das eine aufregende Erfahrung: So viele Boote, die zusammen im Becken nebeneinander schwammen, dazu die Obleute mit ihren Peekhaken. Kaum war das Schleusentor auf, ging es gleich weiter auf die Elbe. Achtung vorbereiten: Jetzt wird es wellig!

Unter der Niederbaumbrücke zog die kleine HANSA-Armada vorbei, an der Kehrwiederspitze ging es dann mit schnellen Schlägen über die Fahrrinne der Elbe hinweg. Der Wind frischte auf, die Wellen waren unangenehm und drückten die kleinen Boote hin und her. Schnell, mit aller Kraft, jetzt alle zusammen ziehen – und schon nach wenigen Minuten fuhren wir in den Kanal am alten Holzhafen rein. Geschafft! Nach wenigen Kilometern bogen wir Backbord in den Ernst-August-Kanal ein, hier folgte die dritte Schleusung. Kurz danach legten wir endlich am Steg der Wilhelmsburger im Assmankanal an. Die bekannten Bootshallentore in Blau-Weiß standen einladend auf, und am Steg wurden wir traditionsgemäß mit einem kleinen Getränk begrüßt.

Wanderruderpreis 2018 für die HANSA

Bei unserer Ankunft warteten schon Hans-Heinrich Busse und Cord Filter auf uns, denn jetzt sollte die HANSA mit dem Wanderruder-Fahrtenpreis geehrt werden. Diese Auszeichnung wird jedes Jahr vom AAC/NRB an den Hamburger Ruderverein vergeben, der gemäß Mitgliederzahlen die meisten Wanderruderkilometer errudert hat.

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Sichtlich stolz nimmt Olaf das Wanderriemenblatt aus Holz von Hans-Heinrich stellvertretend entgegen, worauf die jährlichen Messingplaketten der Siegervereine angebracht werden. Nach 2017 hat die HANSA den Wanderruder-Preis bereits zum zweiten Mal in Folge gewonnen.

Großer Andrang

Kaum hatten wir die Boote zur Seite gelegt, ging es Schlag auf Schlag: die Wandsbeker, die Hanseatinnen und sogar ein Doppelachter der Allemannen legten an. Flugs war der große Saal der Wilhelmsburger mit der Ruderfamilie aus Hamburg gefüllt. Zuerst gab es Sekt für alle, denn es gab tolle Neuigkeiten: Der Wilhelmsburger Ruder Club erhält nämlich vom Bund 990.000 Euro und ebenso viel von der Stadt Hamburg zum Bau des neuen Clubhauses. WRC-Vorsitzender Gregor Waschkowski und zweite Vorsitzende Sabine Bräuer bestätigten die Summe und es gab viel Applaus der 150 Gäste vor allem für den Bundestagsabgeordneter Metin Hakverdi sowie den Bürgerschaftsabgeordneter Michael Weinreich, die beide tatkräftig das Bauvorhaben unterstützt hatten.

Anschließend eröffnete AAC/NRB-Vorsitzender Werner Glowik die Hamburger Rudersaison 2019. Ulrich Rothe, Hamburger Breitensportwart im AAC, vergab den Wanderruderpreis an die RG HANSA. Harald Sobiech ehrte die Sieger des Winter Cups.

Jetzt geht es zurück

Aufgewärmt und gesättigt vom leckeren Paprika-Eintopf sowie Kaffee und Kuchen machten sich die Ruderer aus neun Vereinen gegen 14 Uhr allmählich auf dem Rückweg. Vermutlich zählte die HANSA an diesem Tag zu den größten Mannschaften, die der WRC begrüßen konnte.

Der Rückweg an die Außenalster war nach der gemütlichen Pause eher zäh. Erst schien die Sonne, doch bald fing es an zu regnen, und manche Pause an der Schleuse zog sich elend lang hin. Nach der Kennedybrücke blies uns eine steife Brise entgegen, der Himmel wurde schwarz und kurz gab es einen kleinen Schneeregenschauer.

Puuh, das war ein kalter Start zur Saison, aber es war gemütlich bei den Wilhelmsburgern gewesen. Danke für die herzliche Gastfreundschaft und bis zum nächsten Sprung über die Elbe!

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Ela ist ganz gespannt auf die Ausfahrt und hat sich vorsorglich ordentlich warm angezogen.

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Gruppenbild mit Reinhard. Gute Laune vor dem Start.

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Auch im Boot von Jakob sind die Teilnehmer gut aufgelegt.

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Olaf und seine Mannschaft. Achtung, der blaue Schal weist darauf hin: Es wird eiskalt!

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Die Crew von Frank: Heike ist ausnahmsweise hier die Quotenfrau.

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Eine warme Suppe für kalte Tage. Rund 150 Gäste konnten die Wilhelmsburger begrüßen.

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Andrang in der Ernst-August-Schleuse.

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Verfroren legen wir am frühen Abend am Steg an. Die Boote werden ruck-zuck rausgeholt, geputzt und ins Lager gehievt. Dann geht es schnell unter die heiße Dusche.

 

 

1 Kommentar zu "Anrudern mit Sprung über die Elbe"

  • Die große Taufe - Rudergesellschaft HANSA Hamburg
    28. April 2019 (14:05)
    Antwort

    […] Nach der Taufe ging es nahtlos zum Anrudern über, denn am Steg hatten sich viele versammelt, die zum RV Wilhelmsburg aufbrechen wollten. Aber das ist wieder ein neuer Bericht, hier zu lesen. […]


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