Unter der Wintersonne von Avis

Anfang Februar ging es für Tim-Ole und Henrik nach Avis in Portugal. Dort fand das 17tägige Trainingslager des DRV statt.

Ein Bericht von Henrik Runge.

In diesem Jahr fand das jährliche Trainingslager des deutschen Ruderverbands in der Ortschaft Avis, Portugal statt. Die Kleinstadt liegt unweit des Stausees Barragem do Maranhão, der vielfältige Wassersport- und Bademöglichkeiten bietet. Vor allem portugiesische Leistungssportler sind hier häufig im Trainingslager zu Gast, wie auch verschiedene skandinavische Ruder-Olympiamannschaften und das London Rowing Center.

Wir beide hatten uns über unsere Vorjahresleistung für dieses Trainingslager vom deutschen Ruderverband qualifiziert. Eingeladen waren 14 männliche schwere Skuller aus ganz Deutschland aus der Nationalmannschaft von 2017, die Rückkehrer aus dem Olympiajahr sowie ein Ruderer aus München, der sich über die Langstrecke Dortmund empfohlen hatte.

Ab nach Portugal

Am 2. Februar ging es morgens von Hamburg nach Lissabon. Nach drei Stunden Flug und weiteren zwei Stunden Busfahrt kamen wir am Stausee von Avis an. Im kleinen Städtchen selbst in der Region Alentejo wohnen nur 1.000 Einwohner.

Normalerweise führt der Stausee genügend Wasser, doch es fehlten aufgrund der Dürre fast 11 Meter zu Normalnull. Für uns war es also jeden morgen ein kleine Wanderung bis wir die Boote samt Skulls ins Wasser bringen konnten.

Ansonsten waren die Bedingungen vor Ort optimal. Das Essen war abwechslungsreich und immer gut, und das Hotel ließ für uns Ruderer keine Wünsche offen.

Wie sah der Tagesablauf aus?

Ein normaler Tag begann um 6:30 Uhr mit der gleichen Routine wie Blutabnehmen, Urinprobe geben und wiegen. Es folgte ein kleines Frühstück und dann schon die erste Trainingseinheit.

Meist starteten wir mit 20 Kilometern im Doppelvierer und Doppelzweier. TOle fuhr jedoch viel im Einer, da er noch einen kleinen Infekt nicht ganz los geworden war. Alle drei Tage wurden die Besatzungen in den Großbooten gewechselt, damit jeder einmal mit jedem fährt und die Zusammensetzung der Großboote sowie Passfähigkeit besser werden. Nach 1,5 Stunden Training auf dem Wasser ging es weiter mit dem zweiten Spätfrühstück. Wir freuten uns auf den frisch gepressten Orangensaft und frische Brötchen. Gegen 11 Uhr ging es dann mit Kräftigungsübungen und Krafttraining weiter.

Nach dem Mittagessen ging es dann nochmal aufs Wasser, oder zur Abwechselung mit dem Rad über die Hügeln von Alantejo. Der Tag endete meistens für uns mit einer kurzen Dehnungseinheit und dem Abendessen. Wer wollte, konnte dann abends noch lernen oder auch einfach einmal ein Film zur Entspannung schauen.

 

Traingslager Avis 2018

Max Appel und Henrik im Doppelzweier

Traingslager Avis 2018

Henrik im Einer. Der Stausee führte in diesem Jahr sehr wenig Wasser, wie man an den Felsschluchten sehen kann.

Traingslager Avis 2018

Nachmittags ging es zur Abwechselung mit dem Rennrad durch die Landschaft.

Traingslager Avis 2018

Morgenrunde: Hier eine Einheit im Einer.

Gewaltiges Pensum

In den 17 Tagen schafften wir mehr als 400 Kilometer auf dem Wasser, und sogar mehr als 450 Kilometer auf dem Rennrad. Um ganz ehrlich zu sein, das war uns auch fast zu viel.

Alle drei Tage fuhren wir Belastungen im 1x und den Großbooten in dem Albano des Sees. Meistens spielten wir danach Fußball auf einem nahe gelegenen Platz, denn das brachte ein bisschen Abwechslung in den Trainingsalltag.

In der ganzen Zeit bleib das Wetter stabil und wir konnten so immer aufs Wasser gehen. Aber morgens war es doch bei Null Grad sehr frisch, aber wenigstens hatten wir dann über den Tag meistens 15 Grad. So konnten wir das Rudern auch im Februar sehr genießen. Der Wind spielte mit, und oft fühlte sich alles viel wärmer an.

Guter Start zur Saison

Wir haben festgestellt, dass das Ruderrevier in Avis sehr schön ist. So gesehen, war das Trainingslager für TOle und mich ein gelungener Start in eine hoffentlich erfolgreiche Saison 2018.

Natürlich war es auch anstrengend, aber nach ein paar Tagen Eingewöhung vergeht die Zeit im Trainingslager dann doch schnell. Jetzt sind wir froh, für zwei Wochen wieder in Hamburg zu sein, und ein wenig für die Uni zu haben sowie Familie und Freunde wieder zu sehen.

Anfang März geht es dann für uns weiter nach Varese und Erba (Italien), bevor es dann im April in Leipzig auf die Langstrecke und auf das Ergo geht.

Sollten wir uns in diesem Jahr wieder für die A-Nationalmannschaft qualifizieren, geht es dann zu Weihnachten wieder für zwei Wochen nach Avis. Vermutlich werden wir also den Stausee bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen haben.

Traingslager Avis 2018

So sieht es aus, wenn der Stausee im Frühjahr ausreichend Wasser führt. Eine idyllische Landschaft.

Traingslager Avis 2018

Endlich mal was mit einem Ball. Nachmittags spielten wir oft Fußball.

Traingslager Avis 2018

Sorgfältig wurden die Boote beladen.

 


 

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