Flutlichtrennen in Leipzig

Der vierte von fünf Renntagen der Ruderbundesliga fand am 19. August in Leipzig statt und bot den rund 20.000 Zuschauern Rudersport der Extraklasse. Bei blauem Himmel, Sonne und Temperaturen um die 20 Grad hieß es nach vierwöchiger Pause: Attention! – Row!

Bericht: Gesa Lindenau // Fotos: Alexander Pischke, Ruderbundesliga

Mit dem Zeitfahren wurde der Renntag am Samstag um 13:00 Uhr eröffnet. Über den Tag hinweg fanden Achtel-, Viertel- und Halbfinalrennen statt, bevor dann in den Finals zwischen 20:30 Uhr und 22:30 Uhr die endgültigen Platzierungen in der 1. und 2. Liga der Männer und 1. Liga der Frauen ausgefahren wurden. Gestartet wurde kurz hinter der Sachsenbrücke: Die Flaggschiffe haben dann 350 Meter bis kurz vor den Rennbahnstieg gesprintet, wo sich auf Höhe der „Galopprennbahn Scheibenholz“ das Ziel befand.

Urlaubsbedingt konnte das RBL-Team der HANSA leider nicht so viel trainieren wie sonst vor den anderen RBL-Renntagen in Frankfurt, Münster und Hamburg. So reiste eine sehr durchmischte Mannschaft nach Leipzig an.

Finalrennen: Melitta-Achter „Team Red“ uneinholbar an der Spitze

In der 1. Liga der Frauen konnte der Melitta-Achter „Team Red“ seine Tabellenführung souverän verteidigen. Der Zeitfahrzweite des Vormittags erwischte im Halbfinale gegen den HavelQueen-Achter einen hervorragenden Start und zog direkt ins Finale ein. Dort trafen die Mindener auf den Crefelder Ruder-Club, die in ihrem Halbfinale gegen den FlowWaterjet Ruhr-Achter-Essen-Kettwig ein konzentriertes Rennen zeigten und ebenfalls das Finalticket gelöst hatten.

Im Finale gegen den Melitta-Achter „Team Red“ waren die Krefelder Mädels am Ende aber chancenlos. Die Mindener drückten von Beginn an richtig aufs Tempo, spulten ihr bestes Rennen des Tages ab und gewannen am Ende verdient die Goldmedaille. Mit acht Punkten liegen sie jetzt fast uneinholbar auf Platz eins. Aber auch die Krefelderinnen können mit ihrem besten Saisonergebnis und Silber in der Tasche stolz die Heimfahrt antreten.

Im kleinen Finale gaben die Mädels im FlowWaterjet Ruhr-Achter-Essen-Kettwig richtig Vollgas und gewannen mit mehr als einer Bugspitze Vorsprung gegen den HavelQueen-Achter. Mit Platz drei ruderten die Damen aus dem Ruhrgebiet zum zweiten Mal in dieser Saison aufs Podium.

HANSA-Zeitfahren könnte besser sein

Beim frühen Zeitfahren kamen die HANSA-Mädels mit 1:07:65 dagegen nur auf Platz sieben von zehn (die Siegerzeit der Krefelder betrug 1:03:88). Im Achtelfinale hieß der Gegner dann Hanau. Auf den ersten Metern sah das Rennen gut aus und der HANSA-Sprinter konnte mithalten, musste sich aber auf den letzten Metern gegen die starken Mainkriegerinnen mit einer halben Bootslänge geschlagen geben (Ergebnis 01:06.06 gegen 01:07.77).

Kampf im Viertelfinale

Im Viertelfinale gingen die HANSA-Mädels zum ersten Mal in dieser Saison gegen die Tabellenführer, den Melitta-Achter Minden an den Start. Nach einer feurigen Ansprache von Ersatz-Teamkapitän Franziska Kreutzer gingen die Mädels bestens motiviert an den Start. „Wir müssen diese Herausforderung annehmen und richtig einen raushauen“, feurte Franzi an. „Auch wenn der Melitta-Achter den Sieg in diesem Rennen erwarten, wir müssen sie überraschen!“, gab sie vor.

Schlagfrau Gesa Lindenau mahnte das Team, an einigen technischen Aspekten zu arbeiten: „Auch nach den Startschlägen müssen wir vorne schön groß bleiben und im Endspurt den ordentlich Schub über die Beine bringen. Außerdem achten wir alle besonders auf die saubere Hebelführung.“

Und es wirkte: Nach einem sauberen Start lag der HANSA-Sprinter überraschend dicht auf zu den Mädels aus Minden. Doch die Erfahrung der Favoriten ist groß und sie zogen ihr Rennen souverän durch und verwiesen auch in diesem Rennen die Hamburger auf den hinteren Platz (Ergebnis: 01:07.58 gegen 01:08.97).

Halbfinale gegen Linz

Im Halbfinale ging es wieder gegen den Dauerrivalen aus Linz an den Start. Leider war der HANSA-Sprinter nicht so fit und selbst Schlagfrau Gesa Lindenau klagte über starke Rückenschmerzen. So gewann deutlich die Mannschaft von der JKU Wiking Linz (Ergebnis: 01:06.28 gegen 01:08.25)

Das letzte Rennen fuhren die Mädels dann gegen den Mainhatten-Achter aus Frankfurt um Platz 9 und 10. Auch in diesem Rennen konnte der HANSA-Sprinter seine Dominanz gegenüber den Frankfurterinnen zeigen und gewann klar mit über einer Bootslänge das Rennen (Ergebnis: 01:08.79 gegen 01:13.67).

Auf nach Berlin

Bis zum letzten RBL-Renntag in Berlin steht für die Mädels von der Alster noch ein letzter harter Trainingsblock an, um an der Spree einen erfolgreichen Saisonabschluss zu finden. Im Großen und Ganzen hat sich das Team in Leipzig unter Wert verkauft. In der Ehrenrunde zum Tagesabschluß merkten dies selbst die Kommentatoren an: „Ein bisschen unter Wert geschlagen heute, aber ´ne ganz tolle Mannschaft, die ganz viel drin hat und total sympathisch ist“, stellte RBL-Manager Boris Orlowski fest. „Was wäre die Ruder-Bundesliga ohne den Hansa-Sprinter!? Mädels ihr seid einfach klasse!“

HANSA-Sprinter 2017

Jetzt geht es um verstärktes Training im Vorlauf zum finalen RBL-Renntag am 16. September in Berlin.

RBL Leipzig 2017

Schlagfrau Gesa Lindenau beim Abklatschen mit Steuerfrau Tessa vor dem Rennen.

RBL Leipzig 2017

Gute Technik: Hier ist das Setzen gut eingefangen – alles perfekt!

RBL Leipzig 2017

Im Achtelfinale geht es gegen Hanau mit einem guten Start los.

RBL Leipzig 2017

Im Viertelfinale gingen die HANSA-Mädels zum ersten Mal in dieser Saison gegen die Tabellenführer, den Melitta-Achter Minden an den Start.

RBL Leipzig 2017

Mit voller Power durchs Ziel. Die HANSA-Mädels geben alles in Leipzig. Jetzt gilt es, das Training zu verstärken – in Berlin fndet der RBL-Saisonabschluss 2017 statt.

RBL Leipzig 2017

Finale bei Nacht: Viele Zuschauer blieben bis zum Abend und säumten das Ufer der Elsterflutbett-Arena zum Flutlicht-Renntag in Leipzig.

Der fünfte und letzte Renntag der Ruder-Bundesliga 2017 findet am 16. September in Berlin entlang der East-Side-Gallery statt.

Ergebnisse der 1. Liga Frauen zum Herunterladen

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